Die GFL Stadt Bern ist eine GRÜNE Partei, die seit Jahrzehnten eine Balance zwischen den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit anstrebt: die ökologische Nachhaltigkeit (grün), die soziale Nachhaltigkeit (sozial) und eine verantwortungsbewusste Marktwirtschaft mit Kostenwahrheit (liberal).

Die GFL Stadt Bern ist Teil des Bündnisses RGM. Darüber hinaus sprechen wir ergebnisoffen mit allen Akteur*innen innerhalb des demokratischen Spektrums, gehen aber nicht mit allen Bündnisse ein.

Massnahmen 2025 – 2028 in Kürze

  • Zukunftsfähige Stadt der Nachbarschaften
    • Preisgünstiges Wohnen für Jung und Alt
    • Klimafreundlich und cool
    • Kurze Wege, gut vernetzt!
  • Kreislauf, Kaufkraft und Energiewende
    • Kreislaufwirtschaft
    • Kaufkraft und würdevolles Leben
    • Beschleunigung der Energiewende 
  • Kulturelle Teilhabe
    • Für eine starke Bildung
    • Öffentlicher Raum für alle 
    • Erhalt der vielfältigen Kultur 

Wir sind:

Grün, weil wir bei allen Aktivitäten auf die Wahrung des ökologischen Gleichgewichts, den Schutz der natürlichen Ressourcen und den Erhalt der Artenvielfalt achten. Bis 2045 ist Netto-Null erreichbar, und zwar sozialverträglich.

Sozial, weil wir Verantwortung gegenüber den Schwächeren übernehmen, ohne den Respekt für die Vielfalt der Lebensformen zu verlieren. Wir setzen uns für frühkindliche Förderung, Integration von Menschen mit Behinderungen, Integration und Re-Integration in den Arbeitsmarkt, rasche Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und einen niederschwelligen Zugang zu städtischen und privaten Angeboten ein. Wir sind die Berner Kulturpartei und in der Bildungspolitik fest verankert.

Liberal sind wir, weil wir uns für eine offene Gesellschaft einsetzen, in der sich jede Person ihren Bedürfnissen entsprechend entfalten kann. Dazu gehören u. a. Gleichberechtigung und die Akzeptanz des dritten Geschlechts. Neben der Handlungs- und Entscheidungsfreiheit für Privatpersonen unterstützen wir eine konstruktive Zusammenarbeit mit Wirtschaftsakteuren. Wir stehen ein für eine soziale und ökologische Marktwirtschaft, Kostenwahrheit und Kreislauffähigkeit – aber nicht von oben herab, sondern mit der Wirtschaft zusammen. 

Unsere Grundsätze

Die GFL Stadt Bern ist stark lösungsorientiert, denn für uns sind erreichbare Lösungen ebenso wichtig wie Visionen. Aufseiten der Stadt setzen wir uns für einen effizienten Einsatz der vorhandenen Mittel und einen ausgeglichenen Finanzhaushalt ohne neue Steuern ein. Gleichzeitig unterstützen wir gute Rahmenbedingungen und die Förderung der Berner Wirtschaft und des lokalen Gewerbes. 

Bern ist und soll lebenswert bleiben. Die GFL Stadt Bern trägt zu dieser Lebensqualität bei und wird es auch in Zukunft tun. Für die Stadtrats- und Gemeinderatswahlen 2024 hat die GFL innerhalb ihrer Grundwerte grün – sozial – liberal drei Themen definiert, auf denen der inhaltliche Fokus im Wahlkampf und in der Legislaturperiode 2024–2028 liegen soll. Pro Thema wurden drei bis vier konkrete und umsetzbare Massnahmen definiert. Das Wahlprogramm ist Teil der politischen Struktur der GFL Stadt Bern.

 

Wahlprogramm der
Grünen Freien Liste Stadt Bern 2025-2028

1. Zukunftsfähige Stadt der Nachbarschaften

Die Stadt Bern steht vor stadtplanerischen Herausforderungen: Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum, genügend moderne Schulen, eine klimaneutrale Mobilität mit besseren Velowegen und eine Anpassung an die Klimaerwärmung. 

Preisgünstiges Wohnen für Jung und Alt

Die Stadt Bern benötigt dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Die GFL Stadt Bern setzt sich ein für sozialen, flexiblen und ökologischen Wohnungsbau, eine Stadt mit kurzen Wegen und belebten Quartieren – ein Zuhause, das auch zukünftige Generationen schätzen.

Massnahmen

  1. Schaffung von mindestens 3000 neuen Wohnungen in den nächsten vier Jahren.
  2. Förderung von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften und preisgünstigen Wohnungen.
  3. Förderung langfristiger und flexibler Baustrategien, die sowohl familien- als auch altersgerechtes Wohnen ermöglichen. 

Klimafreundlich und cool

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, setzt sich die GFL Stadt Bern intensiv für kühlende Massnahmen auf dem Stadtgebiet ein. Ein weiterer Fokus liegt auf ressourcenschonendem und langlebigem Bauen und der Förderung von kreislaufwirtschaftlichen Bauweisen, um den ökologischen Fussabdruck zu minimieren. 

Massnahmen 

  1. Hitzeanpassung: Ausbau und Erweiterung der Grünflächen als Kaltluftkorridore, Förderung der Biodiversität und Entsiegelung der Böden zur Förderung der Regenwasserrückhaltung (Schwammstadt).
  2. Umbau statt Neubau: Anstelle von Abriss und Neubau soll mit Renovieren und Umnutzen bestehender Gebäude der Ressourcenverbrauch stark reduziert werden. Neubauten werden auf mehrere Generationen ausgelegt und flexibel gebaut.
  3. Unterstützung kreislaufwirtschaftlicher Bauweisen und Investition in entsprechende Infrastrukturen wie regionale Bauteillager.

Kurze Wege, gut vernetzt!

Die GFL Stadt Bern engagiert sich für eine klimaneutrale Mobilitätswende. Dafür fördern wir den weiteren Ausbau der Velo- und Fussgängerinfrastruktur und des öffentlichen Verkehrs. Ferner helfen wir, den motorisierten Individualverkehr stadtverträglich zu gestalten. Unsere Vision ist eine Stadt, in der die meisten Wege bequem zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt werden können. Der Strassenraum soll vom motorisierten Individualverkehr (MIV) entlastet, beruhigt und aufgewertet werden.

Massnahmen

  1. Weiterer Ausbau des Velonetzes.
  2. Erhöhung der Anzahl hochwertiger Begegnungszonen in den Quartieren.
  3. Realisierung der zweiten Tramachse durch die Bundesgasse zur Entlastung des Stadtzentrums.
  4. Förderung von Carsharing-Initiativen, Park&Ride-Angeboten und Ausbau des Ladeinfrastrukturnetzes für Elektrofahrzeuge.

 

2. Kreislauf, Kaufkraft und Energiewende

Die Wirtschaft ist die Basis unserer Gesellschaft. Die GFL Stadt Bern unterstützt lokale Initiativen für eine ökologische Transformation. In der Stadtverwaltung setzen wir uns für gesunde Finanzen ein. Bern soll ferner eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2050 eine Stadt der Kreislaufwirtschaft werden. Mit einem Grundeinkommen kann die Bürokratie minimiert und ein würdevolles Leben für alle sichergestellt werden. 

Kreislaufwirtschaft

Die GFL Stadt Bern sieht die Kreislaufwirtschaft als Voraussetzung für den ökologischen Wandel, die Erreichung des Netto-Null-Ziels 2045 und als Chance für wirtschaftliche Innovation. Die Stadt Bern soll bis 2050 vollständig auf eine Kreislaufwirtschaft umgestellt werden. Dieses ambitionierte Ziel erfordert die Kooperation aller städtischen Akteur*innen und die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur.

Massnahmen 

  1. Errichtung eines zentralen Hubs der Kreislaufwirtschaft für Start-Ups, Forschung, Innovation, Vernetzung, Beratung und Weiterbildung. 
  2. Entwicklung und Evaluation eines verbindlichen Massnahmenplans in Kooperation mit regionalen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden.
  3. Verbindlicher Massnahmenplan für städtische Investitionen und Beschaffungen bis 2040.
  4. Integration der Kreislaufwirtschaft als festes Kriterium bei allen Stadt- und Arealentwicklungen.

Kaufkraft und würdevolles Leben

Ein zentrales Anliegen der GFL Stadt Bern ist es, allen Berner*innen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Ein Pilotprojekt als Grundlage für ein schweizweites bedingungsloses Grundeinkommen ist ein wichtiger Aspekt davon. Für die langfristige Sicherung der städtischen Leistungen setzen wir uns für einen ausgeglichenen Finanzhaushalt ohne neue Steuern ein. Gleichzeitig braucht es eine Überprüfung von Doppelspurigkeiten bei den städtischen Leistungsangeboten.

Massnahmen

  1. Durchführung eines Pilotprojekts «Bedingungsloses Grundeinkommen»
  2. Ausgeglichener Finanzhaushalt ohne zusätzliche Steuern.
  3. Einfache und direkte Wege ohne Doppelspurigkeiten zu Angeboten mit städtischen Leistungsverträgen (Integration, Jugendarbeit, Gesundheitswesen, u. a.)

Beschleunigung der Energiewende 

Die GFL Stadt Bern setzt sich für eine erneuerbare und dezentrale Energieversorgung ein, in der Bürger*innen und Unternehmen aktiv zur Energiewende beitragen. Damit schaffen wir ökologische Vorteile, neue Arbeitsplätze und fördern die lokale Wertschöpfung. Mehr Menschen und Unternehmen sollen auf ihren Dächern Solarenergie produzieren und nutzen, sowie auf erneuerbare Wärmeversorgung umstellen können. 

Massnahmen

  1. Erneuerbare Technologien wie Grosswärmepumpen werden für Nah- und Fernwärme priorisiert, um den Einsatz von Holz und Kehrichtverbrennung als Brennstoffe zu minimieren.
  2. Die Stadt Bern verabschiedet eine umfassende erneuerbare Wärmeplanung und definiert einen klaren Umsetzungspfad.
  3. Erleichterung der Gründung und des Betriebs von Energiegemeinschaften durch rechtliche, finanzielle und fachliche Unterstützung.
  4. Verdoppelung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen innerhalb der nächsten Legislaturperiode.

 

3. Kulturelle Teilhabe

Berns lebendige Kulturszene ist ein wertvoller Schatz, den es zu erhalten und zu fördern gilt. Die Vielfalt der bestehenden kulturellen Angebote und attraktiver Räume soll für alle zugänglich und bezahlbar sein sowie den Austausch zwischen den Bevölkerungsschichten fördern. Gleichzeitig müssen wir Lösungen für städtische Räume mit schwierigen Bedingungen finden und den herrschenden Personalmangel im Bildungssystem bekämpfen.

Für eine starke Bildung

Die GFL Stadt Bern setzt sich dafür ein, den herrschenden Personalmangel im Bildungssystem zu bekämpfen und bessere Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen zu schaffen. Bildung ist eine wertvolle Investition in die Zukunft der Stadt. 

Massnahmen

  1. Schaffung von ausreichend Schulraum.
  2. Förderung von Zweitausbildungen, um neue Lehrpersonen zu gewinnen.
  3. Finanzielle und fachliche Unterstützung von Brennpunktschulen.
  4. Ergänzung und Verbesserung der vorhandenen Tagesprogramme.

Öffentlicher Raum für alle 

Die GFL Stadt Bern unterstützt nicht kommerziell genutzte Räume und fördert ihre Bespielung durch die Berner Kulturszene. Auf diese Weise stützen wir nicht nur die Kulturschaffenden, sondern binden auch Menschen ohne grosse finanzielle Mittel (Sozialhilfebeziehende, Jugendliche, Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus) in die urbane Stadtkultur ein. Beispiele und attraktive Räume sind auch ein Lösungsansatz für Räume mit aktuell schwierigen sozialen Bedingungen (Vorplatz Reithalle, Vorplatz Bahnhof, Grosse Schanze). 

Massnahmen

  1. Erwerb und Bereitstellung nicht kommerziell genutzter Räume für kulturelle und soziale Aktivitäten. 
  2. Organisation und Förderung von kulturellen Veranstaltungen im öffentlichen Raum.
  3. Förderung von Jugendarbeit und Jugendtreffpunkten.
  4. Intensivierung der sozialen Arbeit an sozialen Brennpunkten und Steigerung der Attraktivität dieser Räume zur besseren Durchmischung des Publikums.

Erhalt der vielfältigen Kultur 

Die GFL Stadt Bern setzt sich dafür ein, dass alle Berner*innen vom vielfältigen kulturellen Angebot der Stadt profitieren können. Wir fördern eine lebendige Kulturszene, gute und sichere Anstellungsbedingungen von Kulturschaffenden und unterstützen einen Austausch zwischen den Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig pflegen wir die hohe Baukultur in der Stadt Bern.

Massnahmen 

  1. Erarbeitung einer gesamtstädtischen Kulturstrategie und Sicherung von guten Anstellungsbedingungen der Kulturschaffenden.
  2. Ausbau der Vergünstigungen für kulturelle Veranstaltungen.
  3. Förderung des Vereinslebens für Personen mit keinem oder geringem Einkommen.
  4. Im öffentlichen Raum fördern wir eine hochwertige Baukultur, die sowohl neue Bauten als auch bestehende Gebäude und Baudenkmäler umfasst.